Healthy LIFE: Hochintensives Training im Trend
4. Februar 2010 at 01:19 4 Kommentare
Hochintensives Training (HIT) in kurzen Intervallen bis zur Übelkeit gilt laut neusten Studien als effizienter für Kraft- und Ausdauersportler – ja, die Pulspeitsche helfe sogar Herzpatienten.
Seit längerer Zeit herrscht unter Trainingsexperten der Streit, ob zeitlich aufwändiges Volumentraining oder hochintensives Training (HIT, hochintensives Intervalltraining HIIT) wirksamer ist. Für erstere Version stand Arnold Schwarzenegger, für letztere – und derzeit angesagtere – Lehrmeinung US-Bodybuilder Mike Mentzer. Nun zeigen jedoch neuere Studien, dass wenige kurze – aber bis zur Schmerzgrenze und Übelkeit intensive – Trainingseinheiten nicht nur für den Muskelaufbau und die Schnelligkeit Vorteile bringen, sondern auch für die Ausdauerleistung, eventuell fürs Abnehmen und sogar für Herzinfarktpatienten.
9 Minuten so gut wie 6 Stunden
Eine HIT Studie des Kinesiologen Martin Gibala von der McMaster-Universität in Ontario sowie eine Ende 2009 an der Deutschen Sporthochschule DSHS abgehaltene Kölner HIT Tagung (Konsens-Thesen) führten zu zahlreichen Berichten in Massenmedien. Martin Gibala beschäftigt sich mit Fitness und Ausdauer. In seiner letzten Studie verglich er zwei Gruppen junger Studenten. Eine davon liess er auf dem Fahrrad zwischen 90 und 120 Minuten in die Pedale treten, die zweite Gruppe musste nur 20 bis 30 Sekunden sprinten mit höchster Intensität und vier bis sechs Wiederholungen nach jeweils vier Minuten Pause. Beide Gruppen wiederholten ihr Training dreimal die Woche. Das Resultat: Beide Gruppen waren danach in langen Ausdauertests gleich fit, egal ob sie insgesamt 6 Stunden klassisch oder bloss 9 Minuten intensiv trainiert hatten! Als nächstes will Gibala nachweisen, dass man mit HIT auch effizienter abnehmen kann.
Erste Tests mit Herzpatienten erfolgreich
Inzwischen hat der norwegische Forscher Øivind Rognmo am St. Olav’s Hospital in Trondheim HIT sogar bei Herzpatienten in Reha-Studien mit HIT Training den Puls aufs Maximum gepeitscht. Laut seiner HIT Kardio-Studie liess er 27 Patienten, die einen Infarkt überlebt hatten und seitdem an Herzschwäche litten, zu einem zwölfwöchigen HIT-Block antreten. Danach konnten die Patientengruppe mit HIT Training 46 Prozent mehr Sauerstoff aufnehmen als davor; bei der Vergleichsgruppe, die traditionell lang und langsam trainiert hatte, waren’s nur 14 Prozent.
Weitere HIT Berichte:
Tagesanzeiger
Spiegel Online
Brigitte (mit HIT Workout Übungen)
Eintrag abgelegt unter FÜR ALLE XING GRUPPEN (NATIONAL/DACH), Healthy LIFE. Tags: .
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1.
Philipp Hiestand | 4. Februar 2010 um 18:30
Die HIT Methode finde ich sehr bedenklich wenn dies an Gesundheits oder Fitnesssportlern durchgeführt wird. Weil bei solchen Tests steigt der Blutlaktatwert extrem in die Höhe und fördere so die Übersäuerung im Körper was bei Gesundheits- oder Fitnesssportlern welche für den gesünderen Lebensstil sich bewegen, kontraproduktiv wäre.
Fazit: Dieses Training möge wohl kurz- bis mittelfristig eine Leistungssteigerung in Bezug auf die Sauerstoffaufnahme bedeuten aber längerfristig Schäden durch die Übersäuerung auslösen wenn dieses Training mehr als 1 mal wöchentlich durchgeführt wird.
2.
Christoph | 5. Februar 2010 um 07:35
Ok, bei mir ist HIT schon die Treppe hochsteigen. Einmal oben angekommen überkommt einen Schwindelgefühl und Übelkeit:)
Scherz beseite, Ic h glaube, man sollte auch die mentale wWrkung von gesundem Ausdauertraining nicht ausser acht lassen. Ich kann mir keine Blumen anschauen oder meinen Gedanken nachhengen oder in Ruhe die lieblings CD hören wenn ich drei Tonnen Gewichte in fünf Minuten hochreiße. Wenn der Körper trabt, trabt der gestresste Geist in Ruhe hinterher. Das und das gute Gewissen unter der heißen Dusche nach dem Training ist doch das beste am Sport.
3.
André | 7. Februar 2010 um 07:04
Das sich höhere Trainingsintensitäten positiv auf die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-System auswirken, ist grundsätzlich nicht ganz neu. Auch das es zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit höhere Belastungen braucht, als die im allgemein von Kunden in Fitnesscentren ist klar. Wie sonst erklärt sich, dass eine Vielzahl der Kunden, ihre selbstgesteckten Ziele nicht erreichen.
Mich würde interessieren, welche Veränderungen ein HIT-Training im Ausdauerbereich für die Stoffwechselwege mit sich bringt.
Bzgl Laktat: Wenn man nach dem Training ein etwa 15min Cool Down macht, ist der Laktatwert wieder nahe dem Ruhewert! Und noch etwas, im Krankenhaus wird zum Teil postoperativ oder zum Volumenausgleich Glukose-Laktat-Lösung intravenös verabreicht.
4.
Philipp | 8. Februar 2010 um 16:49
Ja, ich stimme dir zu. In Fitnesscenter wird nicht immer richtig trainiert wird. Vor allem denke ich da ans Verhältnis Häufigkeit und Intensität.
An welche Veränderung denkst du bei den Stoffwechselwegen? Ich nehme an, dass man eine noch höhere anaerobe Schwelle durch dieses Training erreicht aber dies nur „Feintuning“ ist für einen Ausdauersportler.
Zum Cooldown gebe ich dir vollkommen recht, der Laktatwert geht sehr schnell wieder zurück aber das Immunsystem und Hormonsystem erholen sich nicht so schnell wieder durch ein Cooldown. Dies passiert erst durch Ruhe. Bei Operationsangelegenheiten kann ich nicht mitreden, habe dies bezüglich keine Ausbildung genossen. Und grundsätzlich habe ich nie behauptet, dass Laktat etwas schlechtes ist. Ich beurteile die durch HIT herbeigeführte Übersäuerung einfach als zu intensiv für einen Gesundheits- oder Fitnessportler.